Für Sie getestet:

Trek Powerfly LT 8 Modell 2017

Im August 2016 hatten wir schon die ersten Lieferungen der 2017er Powerfly von Trek erhalten und damit die Gelegenheit bei einer großen Runde die Sportlichkeit und das Leistungsvermögen des Akkus auf die Probe zu stellen.

Unsere Runde beginnt und endet in Mals im Vinschgau und führt uns über die Sesvenna Hütte und Uina-Schlucht durch das Unterengadin zurück mit insgesamt 86km und 2600hm durch schöne Täler und Berge.

Das Powerfly LT 8 mit dem Unterbodenschutz aus robustem Metall, dem Knock-Block und den neuen Ausstattungselementen wollen wir mal genauer untersuchen. Einen zweiten Akku haben wir im Rucksack verstaut und hoffen, daß 2 Batterien reichen werden auf der Ochsentour.

Schon beim aufsitzen fühle ich mich wohl. Das Rad lässt sich mit Multi-Tool und Schnellspannern schnell auf eine angenehme Sitzposition ausrichten. Trotz der ewigen Rückenprobleme finde ich die sportliche, aber aufrechte Position angenehm und ich werde während der ganzen Tour keine Rückenschmerzen bekommen. Das Intuvia Display von Bosch zeigt mir die notwendigen Daten an und ich kann den Motor bequem vom Griff über den Controller bedienen und die Stufen der Unterstützung steuern.

Schön gleichmäßig hilft der Motor beim pedalieren und die fünf Striche am Akku bleiben mir lange erhalten. Von weitem sehe ich den Wasserfall und nun kommt die erste Probe. Mit bis zu 25% Steigung und lockerem Schotter als Untergrund steigt der Puls und die weite Strecke bis zur Hütte lasse ich mich teilweise auch mit aller Kraft des Motors treiben. Beim Turbo-Modus sinkt auch die Akkuleistung rapide. An der Hütte oben zeigt mir das Intuvia nur noch 3 Striche an und wir haben noch 60km vor uns. Reichen die 2 Akkus???

Die anschließende Hochebene mit Verblockungen und Wasserdurchfahrten bis Pedalhöhe manövriert sich das Powerfly einwandfrei, die 150mm Federweg brauche ich jedoch nicht. Der Knock-Block, der das Einschlagen der Vordergabel blockiert gibt ein gutes Gefühl, schränkt bei engen Kurven gar nicht ein. Das war meine erste Befürchtung, aber der Wendekreis bleibt so eng, daß ich am Knock-Block nicht anschlagen kann, solange ich auf dem Rad sitze. Auch die Wasserdurchfahrten machen dem gekapselten Motor nichts aus. Es sind keinerlei Effekte bei der Elektronik auszumachen.

Die Schiebepassage durch die Uina Schlucht bringt zu Tage, daß die Schiebehilfe von Bosch überarbeitet wurde und die heiklen Passagen ohne ruckartige Zuckungen des Antriebes von statten gehen.

Das auf und ab der kommenden zig Kilometer zehren am Akku und er bleibt noch lange auch bei einem Strich bis nach km 49 und 1784Höhenmetern der Ofen komplett aus ist. Jetzt bin ich sicher: Mit den zwei Akkus schafft man das bei ökonomischer Fahrweise leicht!

Nun sehen wir noch, was die Abfahrten an Manövern zulassen oder vielmehr nicht zulassen. Der erste steile Trail nötigt mir Respekt ab, zumal das Gewicht von über 23kg einen Gravitationsschub auslöst. Die Shimano-Bremsen lassen sich aber auch auf den Tannennadeln auf dem Waldboden punktgenau dosieren und mit dem höheren Gewicht des Rades darf man auch etwas fester zu packen, als mit einem normalen Fully ohne Motor. Bei Gegenpassagen nimmt der Motor sofort ansatzlos Fahrt mit auf ohne lästiges Zucken am Hinterrad, das vermittelt auch ein gutes Gefühl von Sicherheit.

Bei den Drops nutzen wir nun auch den Federweg aus. Das Rad ist leichtgängig und durch den niedrigen Schwerpunkt steht man meist einwandfrei sauber auf der Spur und bleibt Herr des Rades, nicht umgekehrt.

 

Fazit: Das Trek Powerfly LT 8 ist leistungsfähig und handlich, liefert wenn nötig viel Kraft und der ausgiebige Federweg lädt zum Trail surfen ein. Bremsleistung wirkt sehr überzeugend und wohl dosiert. Für mich eine eindeutige Kaufempfehlung, ob das Fully sein muss, ist jedem selbst überlassen…